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Folgende
Begriffe werden durch die Medien immer bekannter:“Genetischer
Fingerabdurck“ oder auch „Analyse fossiler DNA“
usw. Was verbirgt sich dahinter?
Die
Polymerase-Kettenreaktion (englisch Polymerase Chain Reaction, PCR)
ist eine Methode, um die Erbsubstanz DNA zu vervielfältigen,
ohne einen lebenden Organismus wie zum Beispiel das Bakterium Escherichia
coli oder die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae zu benutzen.
Die PCR wird in biologischen und medizinischen Laboratorien für
eine Vielzahl verschiedener Aufgaben verwendet, zum Beispiel für
die Erkennung von Erbkrankheiten und Virusinfektionen, für
das Erstellen und Überprüfen genetischer Fingerabdrücke,
für das Klonieren von Genen und für Abstammungsgutachten.
PCR
wird eingesetzt um einen kurzen, genau definierten Teil eines DNA-Strangs
zu vervielfältigen. Dabei kann es sich um ein Gen oder auch
nur um einen Teil eines Gens handeln oder auch um nicht kodierende
DNA-Sequenzen. Im Gegensatz zu lebenden Organismen kann der PCR-Prozess
nur relativ kurze DNA-Abschnitte kopieren. Bei einer Standard-PCR
können dies bis zu etwa 3.000 Basenpaare (3 kbp) lange
DNA-Fragmente sein. Mit Hilfe bestimmter Polymerasen-Gemische, weiterer
Additive in der PCR-Reaktion und optimalen Bedingungen können
sogar Fragmente mit einer Länge von über 20-40 kbp
vervielfältigt werden, was immer noch sehr viel kürzer
ist als die chromosomale DNA einer eukaryotischen Zelle. Eine menschliche
Zelle enthält beispielsweise etwa drei Milliarden Basenpaare.
Der PCR-Prozess besteht aus einer Anzahl von 25 bis 50 Zyklen, die
in einem Thermocycler durchgeführt werden. Jeder Zyklus besteht
aus drei Schritten (siehe Abbildung unterhalb):
1.Denaturierung
(o. a. Melting, Schmelzen): Zunächst wird die doppelsträngige
DNA auf 94-96 °C erhitzt, um die Stränge zu trennen.
Die Wasserstoffbrückenbindungen, die die beiden DNA-Stränge
zusammenhalten, werden aufgebrochen. Im ersten Zyklus wird die DNA
oft für längere Zeit erhitzt, um sicherzustellen, dass
sich sowohl die Ausgangs-DNA als auch die Primer vollständig
voneinander getrennt haben und nur noch Einzelstränge vorliegen.
2.Primerhybridisierung
(primer annealing): Nach der Trennung der Stränge wird die
Temperatur gesenkt, so dass die Primer sich an die einzelnen DNA-Stränge
anlagern können. Die Temperatur während dieser Phase hängt
von den Primern ab und liegt normalerweise 2-3 °C unter
ihrem Schmelzpunkt, typischerweise zwischen 50 und 65 °C.
Wird die Temperatur falsch gewählt, kann das dazu führen,
dass die Primer sich nicht (Temperatur zu hoch) oder an falschen
Stellen (Temperatur zu niedrig) an der Ausgangs-DNA anlagern.
3.Elongation
(Polymerisation, Verlängerung): Schließlich füllt
die DNA-Polymerase die fehlenden Stränge mit freien Nukleotiden
auf. Sie beginnt am 3'-Ende des angelagerten Primers und folgt dann
dem DNA-Strang. Der Primer wird nicht wieder abgelöst, da er
den Anfang des Einzelstrangs bildet. Die Temperatur hängt nun
von der verwendeten DNA-Polymerase ab (zwischen 68 und 72 °C);
die Zeit, die dieser Schritt benötigt, ebenfalls von der verwendeten
DNA-Polymerase und der Länge des DNA-Fragments, das vervielfältigt
werden soll.

Schematische
Darstellung des PCR-Zyklus.
(1) Schmelzen (Denaturierung) bei ca. 96 °C.
(2) Anlagerung (Primerhybridisierung) bei ca. 68 °C.
(3) Verlängerung (Elongation) bei ca. 72 °C (P=Polymerase).
(4) Der erste Zyklus ist beendet.
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